3. Die Entstehung des Staates ökonomisch betrachtet

3.1 Anarchie als Triebfeder (HOBBES)

3.2 Der Verfassungsvertrag (BUCHANAN/ HOBBES)

3.3 Eine evolutorische Theorie des Staates (HAYEK)

 

3.1 Anarchie als Triebfeder (HOBBES)

Anarchie kann als der bestmöglichste Zustand aus der Sicht des Individuums gesehen werden, denn es bestehen keine Handlungsbeschränkungen für den einzelnen. Es ergeben sich jedoch ökonomische Nachteile:

  • kein Schutz vor Übergriffen Anderer (HOBBES: "jeder gegen jeden")

  • es werden keine gemeinsamen Anliegen der Gesellschaft realisiert

Im Ergebnis ergibt sich also ein Zustand, der von niemandem als sinnvoll erachtet werden kann. Folge wird schließlich die Gründung eines gemeinsamen Staates, in dem konkrete Regelungen zur Abgrenzung der Freiheitsspielräume existieren.

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3.2 Der Verfassungsvertrag (BUCHANAN/ HOBBES)

Der Verfassungsvertrag kann als einer der möglichen Gründe für die Entstehung eines Staates genannt werden. In seiner Konzeption sind zwei wesentliche Kategorien zu unterscheiden:

 

3.2.1 "Das Prinzip des Rechtsstaates"

Freiheitsspielräume werden gegeneinander abgegrenzt

  • Existenz exklusiver Verfügungsgewalten (Eigentumsrechte, Veräußerungsrechte etc.) -> Vertragsfreiheit

  • Schaffung zentraler Institutionen (Gerichte, Polizei, Streitkräfte, Währungssystem, Technische. Standards)

  • keine Beschlüsse im Bereich des Rechts —> all diese Regelungen ökonomisch sinnvoll, denn "es ist billiger Regelungen zu finden als zu kämpfen" (Manchester Liberalismus)

 

3.2.2 "Das Prinzip des Leistungsstaates"

  • Es werden gemeinsame Beschlüsse über gemeinsame Anliegen verfasst etwa im Bereich der Außenpolitik

  • Basis für diese Beschlüsse bildet die Verfassung, die den konkreten Rahmen für die Entscheidungsfindung bildet

  • Mögliche Entscheidungs- bzw. Abstimmungsregeln sind:

    -> Einstimmigkeit, einfache Mehrheit, qualifizierte Mehrheit

    -> Delegation von Entscheidungsbefugnissen

    -> Föderalismus

    -> Festlegung von a-priori Entscheidungen durch die Verfassung

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3.3 Eine evolutorische Theorie des Staates (HAYEK)

HAYEK fasst den Staat als ein evolutorisches Gebilde auf, also ein auf Erfahrungen der Vergangenheit entwickeltes Rechtssystem. Weiter meint er, dass historisch gewachsene Systeme konstruierten überlegen sind, da sie mehr Informationen enthalten. Denselben Gedanken bestätigt die neue Wirtschaftsgeschichte, wonach "Verfassungen aus sich kontinuierlich entwickelnden Arrangements von Vorteilen bestehen (Feudalsystem)".

Beide Theorien können wie folgt einander gegenübergestellt werden:

 

Vorteile (Pro evolutorische Theorie):

  • Gruppen, die sich besser entwickelt haben überleben (Gruppenselektion)

  • Kritik am Konstruktivismus (Reißbrettkonstrukt)

 

Nachteile (Contra evolutorische Theorie):

  • Rationalkalkül ist begrenzt

  • unklare Regeldurchsetzung einzelner Gruppen

  • individuelle Arrangements erzeugen soziales Dilemma

Fazit: evolutorische Theorie ist wohl realistischer als die Vertragstheorie, da eher sukzessive Entwicklungen von Verfassungen ; die Vertragstheorie ist jedoch für die Finanzwissenschaft als fruchtbarer einzustufen.

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