1. Die Finanzwissenschaft als ökonomische Analyse des Staates

Die Finanzwissenschaft ist eine Analyse der Instrumente des Staates und der Menschen, die sie für ihre Nutzenmaximierung benutzen. Die Finanzwissenschaft ist positiv, d.h. sie ist beschreibend und erklärend.

1.1 Der Staat und seine Ressourcen

1.2 Fragestellungen in der finanzwissenschaftlichen Analyse des Staates

1.3 Das ökonomische Verhaltensmodell in der Finanzwissenschaft

 

1.1 Der Staat und seine Ressourcen

Der Staat ist ein Unternehmen, das mit Produktionsfaktoren öffentliche Leistungen erzeugt, die er nicht gegen Entgelt verkauft, sondern er finanziert sich über Steuern, Abgaben, Beiträge, Gebühren, etc.

 

1.1.1 Unterteilung des Staates in der Finanzwissenschaft

Der Staat unterteilt sich in:

  1. Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden)

  2. Supranationale Organisationen (EG, EFTA, NATO, etc.)

  3. Parafisci (Sozial-, Krankenversicherungen, etc.)

  4. Sonderfonds (ERP, Lastenausgleichsfonds, etc.)

  5. Öffentliche Unternehmen (Post, Bahn, etc.)

  6. Privatwirtschaftlich geführte Unternehmen des Staates (Lufthansa, VW, Versorgungsunternehmen, etc.)

 

1.1.2 Die Ressourcen des Staates

Die Ressourcen des Staates sind:

  1. Arbeit

  2. Kapital

  3. Grund und Boden

  4. Potentielles Vermögen (Sonderrechte, Enteignung, Vorkaufsrechte, etc.)

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1.2 Fragestellungen in der finanzwissenschaftlichen Analyse des Staates

1.2.1 Staatliche Entscheidungsanalyse (WICKSELL)

Wie kommen staatliche Entscheidungen zustande? Es wird in der Finanzwissenschaft das Verfahren der Entscheidungsfindung (Demokratie, Diktatur, Aristokratie, etc. ) und das aktive Verhalten der Individuen (Wähler, Abgeordnete, Interessengruppen, Diktator, etc. ) untersucht.

 

1.2.2 Staatliche Wirkungsanalyse (MARSHALL)

Wenn einmal die Entscheidungen gefällt sind, wird in der Finanzwissenschaft nun die Reaktion der Individuen auf diese Entscheidungen untersucht. Werden die Entscheidungen angenommen oder boykottiert? Welche Ausweichreaktionen oder Verzögerungstaktiken werden angewendet? Z.B. Quellensteuer: Die Steuerpflichtigen transferieren ihre Ersparnisse in einen ausländischen Staat ohne Quellensteuer.

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1.3 Das ökonomische Verhaltensmodell in der Finanzwissenschaft

Um fallweise Lösungen in der Finanzwissenschaft zu vermeiden, werden vereinfachende Annahmen über die Individuen getroffen.

 

1.3.1 Das Axiom vom methodologischen Individualismus

Das Individuum ist die allein maßgebende Handlungseinheit. Absage an jede organische und totalitäre Staatsauffassung. Alle Entscheidungen werden auf individueller Ebenen getroffen. Der Staat handelt durch ein Abstimmungsverfahren, in der die individuellen Entscheidungen einfließen.

 

1.3.2 Eigennutzaxiom (A. SMITH)

Die Individuen handeln und entscheiden nach ihrem eigenen Vorteil. Sie versuchen ihren Nutzen zu maximieren, d.h. sie müssen nicht egoistisch handeln, denn man kann auch Nutzen aus dem Konsum eines anderen ziehen (Altruismus).

 

1.3.3 Axiom der gegebenen Präferenzen und veränderbaren Beschränkungen

Die Veränderung des Verhaltens der Individuen wird mit einer Veränderung der Beschränkungen erklärt. Man geht davon aus, dass die Präferenzen der Individuen längerfristig konstant sind und stabiler als die Beschränkungen der Individuen.

 

1.3.4 Axiom der Existenz von relevanten Alternativen

Es gibt immer genügend Alternativen (Substitutionsmöglichkeiten) in einer Entscheidungssituation.

 

1.3.5 Die Rolle der Information im ökonomischen Verhaltensmodell

Die Individuen müssen keine vollkommene Information besitzen (z.B. Krankenkasse für asymmetrische Informationen). Die Informationsbeschaffung kostet Geld, und wird nur soweit betrieben bis der Grenznutzen = Grenzkosten ist.

 

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